Ratgeber Österreich 2026

Krypto zu Krypto tauschen? Steuerfrei.

Bitcoin in Ethereum, Solana in einen Stablecoin: In Österreich löst das keine Steuer aus. Die Steuer entsteht erst, wenn du gegen Euro verkaufst.

Primärquellen geprüftStand 10. Juli 2026Keine Steuerberatung

Direkte Antwort

Der Tausch einer Kryptowährung in eine andere ist in Österreich steuerfrei, auch der Tausch in Stablecoins wie USDT, USDC oder DAI. Es gilt als steuerneutraler Vorgang, die Anschaffungskosten werden fortgeführt. Steuerpflichtig wird erst der Verkauf gegen eine Fiat-Währung, dann fallen 27,5 Prozent KESt auf den Gewinn an. In Deutschland ist der Tausch dagegen steuerpflichtig.

Direkter Vergleich

Was ist steuerlich günstiger: tauschen oder verkaufen?

Beim Tausch in eine andere Kryptowährung fällt zunächst keine Steuer an, beim Verkauf gegen Euro werden positive Gewinne aus Neuvermögen mit 27,5 Prozent besteuert.

Gib nicht negative Euro-Beträge ein. Die Schätzung gilt für Neuvermögen und berücksichtigt keine Gebühren oder Verlustverrechnung.

Jetzt in eine andere Kryptowährung tauschen
€ 0
Keine Steuer im Tauschzeitpunkt, die Anschaffungskosten werden fortgeführt.
Jetzt gegen Euro verkaufen
€ 137,5
27,5 Prozent auf € 500 Gewinn

Wichtig: Beim Tausch verschwindet die Steuer nicht, sie wird aufgeschoben. Die ursprünglichen Anschaffungskosten werden auf die neue Kryptowährung fortgeführt und der Gewinn beim späteren Fiat-Verkauf besteuert.

Warum

Warum ist der Tausch in Österreich steuerfrei?

Der Tausch Krypto zu Krypto gilt seit der Steuerreform 2022 nicht als steuerpflichtige Realisierung. Erst der Umtausch in gesetzliches Zahlungsmittel löst die Steuer aus.

Mit der ökosozialen Steuerreform 2022 wurde geregelt, dass der Tausch einer Kryptowährung gegen eine andere keinen steuerpflichtigen Vorgang darstellt (§ 27b EStG). Du realisierst keinen Gewinn in Euro, sondern hältst weiterhin Kryptovermögen. Die Anschaffungskosten und der Anschaffungszeitpunkt werden auf das erhaltene Asset fortgeführt. Der aufgeschobene Gewinn bleibt erhalten und wird erst beim Verkauf gegen Fiat mit 27,5 Prozent besteuert.

Für aktive Anleger ist das ein spürbarer Vorteil: Du kannst dein Portfolio steuerfrei umschichten und zahlst erst, wenn du tatsächlich in Euro aussteigst.

Was zählt

Was ist ein steuerfreier Tausch?

Jeder direkte Tausch zwischen Kryptowährungen, inklusive Stablecoins, ist steuerfrei. Der Wechsel in Euro oder in ein anderes Wirtschaftsgut ist es nicht.

VorgangSteuer
Bitcoin in Ethereum, jede Kryptowährung in eine anderesteuerfrei
Tausch in Stablecoins (USDT, USDC, DAI)steuerfrei
Transfer zwischen eigenen Walletssteuerfrei
Wrapping (zum Beispiel BTC in WBTC)steuerfrei
Verkauf gegen Euro oder eine andere Fiat-Währung27,5 Prozent
Bezahlen mit Krypto (Waren, Dienstleistungen)27,5 Prozent
Zahlungskarte (Krypto-Card) für Zahlung oder Bargeld27,5 Prozent
Kauf eines NFT mit Krypto27,5 Prozent

Achtung NFT: Ein NFT ist steuerlich keine Kryptowährung. Bezahlst du es mit Krypto, gilt das als Verkauf der eingesetzten Coins und löst 27,5 Prozent auf deren Wertzuwachs aus. Das NFT selbst folgt danach eigenen Regeln. Mehr dazu im NFT-Ratgeber.

Praxis

Taugen Stablecoins als steuerfreier Parkplatz?

Auch der Wechsel in USDT oder USDC ist ein Krypto-zu-Krypto-Tausch und damit steuerfrei, solange du im Kryptobereich bleibst.

Weil auch der Tausch in einen Stablecoin ein Krypto-zu-Krypto-Tausch ist, kannst du bei erwarteter Volatilität steuerfrei aus einer Kryptowährung in USDT oder USDC umschichten und dort parken, ohne einen steuerpflichtigen Verkauf auszulösen. Steigst du später wieder in eine andere Kryptowährung ein, bleibt das ebenfalls steuerfrei. Wichtig ist nur die Grenze: Sobald du den Stablecoin gegen Euro tauschst, ist das ein Fiat-Verkauf und löst die Steuer auf den fortgeführten Gewinn aus. Der steuerfreie Puffer gilt also nur, solange du im Kryptobereich bleibst.

Beispiel

Wie sieht das an einem Rechenbeispiel aus?

Das Beispiel zeigt, wie sich der Gewinn über Kauf, Tausch und Verkauf aufbaut und wann die Steuer entsteht.

SchrittAktionSteuer
1. KaufDu kaufst Bitcoin für 1.000 Euro.0 €
2. TauschBTC steigt auf 1.500 Euro, du tauschst in Solana.0 €
3. VerkaufSOL steigt weiter, du verkaufst für 2.000 Euro.275 €

Beim Verkauf zählt der ursprüngliche Kaufpreis von 1.000 Euro als Anschaffungskosten, nicht der Wert beim Tausch. Besteuert wird der gesamte aufgeschobene Gewinn von 1.000 Euro. Rechne deinen Fall mit dem Krypto-Steuer-Rechner.

Vergleich

Und in Deutschland?

In Deutschland ist der Tausch steuerpflichtig. Jeder Tausch gilt als Veräußerung, außer die Coins wurden länger als ein Jahr gehalten.

Österreich AT

  • Krypto in Krypto: steuerfrei
  • Tausch in Stablecoin: steuerfrei
  • Verkauf gegen Euro: 27,5 Prozent KESt

Deutschland DE

  • Krypto in Krypto: steuerpflichtig
  • nach über 1 Jahr: steuerfrei
  • Verkauf gegen Euro: pers. Satz

Der steuerfreie Tausch ist also ein klarer Vorteil für aktive Trader in Österreich. Fairerweise gehört dazu die andere Seite: Deutschland kennt für Krypto nach über einem Jahr Haltedauer eine echte Steuerfreiheit, Österreich dagegen keine Haltefrist für Neuvermögen. Wer sehr lange hält und dann in Euro aussteigt, zahlt in Österreich 27,5 Prozent, während der Verkauf in Deutschland nach der Jahresfrist steuerfrei wäre.

Trotzdem wichtig

Warum solltest du den Tausch dokumentieren?

Auch wenn der Tausch steuerfrei ist, musst du ihn sauber dokumentieren. Die fortgeführten Anschaffungskosten sind die Basis für die spätere Steuer, und ab 2026 melden Börsen über DAC8.

Ohne lückenlose Aufzeichnung kannst du beim Fiat-Verkauf die ursprünglichen Anschaffungskosten nicht belegen, dann drohen ungünstige Schätzungen. Bei mehreren Käufen wird in Österreich mit gleitendem Durchschnittspreis (AVCO) bewertet. Seit 2026 melden Börsen ihre Daten über DAC8 automatisch ans Finanzamt.

Viele Tauschvorgänge über mehrere Börsen? Ein Steuertool führt die Anschaffungskosten automatisch fort.
Passendes Tool finden

Häufige Fragen

Welche Fragen werden häufig gestellt?

Die folgenden Antworten fassen die häufigsten Fragen zu diesem Thema kurz zusammen.

Ist der Tausch von Bitcoin in Ethereum in Österreich steuerpflichtig?
Nein. Der Tausch einer Kryptowährung in eine andere ist in Österreich steuerfrei. Die Steuer entsteht erst beim Verkauf gegen eine Fiat-Währung wie Euro.
Ist der Tausch in Stablecoins wie USDT oder USDC steuerfrei?
Ja. Stablecoins gelten steuerlich als Kryptowährung. Der Tausch in einen Stablecoin ist daher ein steuerfreier Krypto-zu-Krypto-Tausch.
Wann muss ich dann Steuer zahlen?
Beim Verkauf gegen eine Fiat-Währung. Dann fallen 27,5 Prozent KESt auf den Gewinn an, berechnet aus den ursprünglichen Anschaffungskosten, die über die Tauschvorgänge fortgeführt wurden.
Muss ich den steuerfreien Tausch trotzdem dokumentieren?
Ja. Die ursprünglichen Anschaffungskosten sind die Basis für die spätere Steuer beim Fiat-Verkauf. Ohne Nachweis drohen ungünstige Schätzungen. Ab 2026 melden Börsen zudem über DAC8.
Bleibt der Gewinn für immer steuerfrei, wenn ich nur tausche?
Nein. Der Tausch schiebt die Steuer nur auf, er hebt sie nicht auf. Der aufgeschobene Gewinn wird beim Verkauf gegen Euro besteuert, berechnet aus den ursprünglichen Anschaffungskosten. Solange du im Kryptobereich bleibst, fällt aber keine Steuer an.
Ist Bezahlen mit Krypto oder mit einer Krypto-Card steuerfrei?
Nein. Wenn du mit Krypto Waren oder Dienstleistungen bezahlst oder eine Krypto-Zahlungskarte nutzt, gilt das als Veräußerung der Coins und löst 27,5 Prozent auf den Gewinn aus. Steuerfrei ist nur der Tausch in eine andere Kryptowährung.
Ist der steuerfreie Tausch wirklich anonym?
Steuerfrei heißt nicht ungemeldet. Auch der Krypto-zu-Krypto-Tausch wird seit 2026 über DAC8 ans Finanzamt gemeldet. Er kostet nur keine Steuer, bleibt aber nachvollziehbar.

Redaktion

Wer verantwortet diesen Inhalt?

Die Redaktion von kryptosteuer-check.com verantwortet Recherche, Inhalt und Aktualisierung.

Zuletzt geprüft am 10. Juli 2026.

Quellen

Auf welchen Primärquellen beruhen die Angaben?

Steuerangaben beruhen vorrangig auf dem BMF und dem geltenden EStG, Preise und Funktionen auf den offiziellen Anbieterseiten.

Keine Steuerberatung. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beurteilung. Prüfe deinen Fall beim BMF und mit einer qualifizierten Steuerberatung.