Koinly im Test: breite Integration für komplexe Portfolios.
Über 800 Börsen, Wallets und Blockchains, starke DeFi-Erkennung und ein großzügiges kostenloses Tracking. In diesem ausführlichen Test schauen wir uns Preise, Ablauf, Funktionen und die Grenzen an, inklusive der offenen 2FA-Frage.
Kurzfazit
Koinly ist die stärkste Wahl, wenn dein Krypto-Leben über viele Börsen, Wallets und DeFi-Protokolle verstreut ist. Die Integrationsbreite ist am Markt führend, die Oberfläche aufgeräumt, und das kostenlose Tracking erlaubt bis zu 10.000 Transaktionen samt Vorschau. Bezahlt wird pro Steuerjahr in US-Dollar, von 49 US-Dollar für 100 Transaktionen bis 199 US-Dollar für 3.000 Transaktionen, höhere Limits kosten zusätzlich. Zwei Punkte solltest du kennen: Für AT-Nutzer kommt der Wechselkurs hinzu, und Koinly bietet bis heute keine native Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wer einen österreichischen Anbieter mit deutschem Support will, ist bei Blockpit besser aufgehoben.
Auf einen Blick
Was sind die wichtigsten Fakten?
Preis, kostenloses Tracking, Integrationen und Herkunft auf einen Blick.
Das Unternehmen
Wer steckt hinter Koinly?
Koinly wurde 2018 gegründet, sitzt in London und zählt nach eigenen Angaben über eine Million Nutzer.
Koinly wurde 2018 gegründet, sitzt in London und zählt nach eigenen Angaben über eine Million Nutzer weltweit. In den Jahren seither hat sich das Tool zu einem der bekanntesten Krypto-Steuerprodukte entwickelt, mit einem klaren Profil: die größte Zahl an Anbindungen und eine sehr gute Automatik. Koinly verbindet über 800 Börsen, Wallets und Blockchains und unterstützt über 20.000 Coins. In der Breite der Integrationen ist der Anbieter am Markt führend, was ihn besonders für Nutzer mit vielen Plattformen und internationaler Aktivität interessant macht.
Preise
Was kostet Koinly im Detail?
Koinly rechnet in US-Dollar und pro Steuerjahr. Das kostenlose Konto zeigt deine Gewinne, herunterladen kannst du den Report aber nur mit einem bezahlten Plan.
Das kostenlose Konto ist großzügig: Du kannst bis zu 10.000 Transaktionen importieren, deine Gewinnübersicht sehen und die Reportdaten vorab prüfen. Für den Download brauchst du einen bezahlten Plan. Die vier Tarife sind nach Transaktionen gestaffelt und werden pro Steuerjahr gekauft.
| Plan | Transaktionen | Preis pro Jahr |
|---|---|---|
| Free | Tracking bis 10.000, kein Download | 0 USD |
| Newbie | bis 100 | 49 US-Dollar |
| Hodler | bis 1.000 | 99 US-Dollar |
| Trader | bis 3.000 | 199 US-Dollar |
| Weitere Volumen | mehr als 3.000 | individuell prüfen |
| Darüber | je 1.000 weitere | Preis im Konto prüfen |
Ein Detail, das viele Ratgeber übersehen und das über den passenden Tarif entscheidet: Der Transaktionszähler ist kontenweit kumulativ über alle Steuerjahre, nicht nur über das laufende. Wer mehrere Jahre auf einmal importiert, kann dadurch in eine höhere Stufe rutschen. Gerade DeFi erzeugt viele Einzeltransaktionen, eine einzige Yield-Farming-Session kann sich aus Freigabe, Einzahlung, LP-Token und Belohnung zusammensetzen. Wenn du merkst, dass ein Tarif nicht reicht, zahlst du beim Upgrade nur die Differenz. Bezahlen kannst du per Karte oder in Krypto, und aktuelle Aktionen solltest du vor dem Kauf direkt beim Anbieter prüfen.
Preise in US-Dollar, pro Steuerjahr, Stand geprüft 24. Juli 2026. Die offizielle Preisseite nennt den Trader-Tarif mit 199 US-Dollar, vor Kauf auf koinly.io prüfen.
In der Praxis
Wie läuft die Nutzung Schritt für Schritt ab?
Das Onboarding gehört zu den schnellsten im Feld, bis zur ersten Steuerübersicht vergehen oft nur zehn Minuten.
Das Onboarding gehört zu den schnellsten im Feld, von der Registrierung bis zur ersten Steuerübersicht vergehen oft nur rund zehn Minuten.
1. Konto anlegen und Quellen verbinden
Nach der Registrierung verbindest du deine Börsen und Wallets, entweder per read-only API oder per CSV-Upload. Read-only bedeutet, dass Koinly nur mitlesen, aber nicht handeln oder abheben kann. Dank der über 800 Börsen, Wallets und Blockchains sind auch viele kleinere Plattformen und Chains direkt anschließbar.
2. Transaktionen importieren und Transfers zuordnen
Koinly zieht die Transaktionen automatisch und führt Transfers zwischen deinen eigenen Wallets zusammen, damit du auf diese internen Verschiebungen keine Steuer zahlst. Auffällige oder unvollständige Vorgänge werden markiert. Bei Standard-Trades funktioniert das weitgehend automatisch, bei komplexen DeFi-Interaktionen wie Cross-Chain-Bridges oder mehrstufigen Liquidity-Pool-Migrationen ist häufig eine manuelle Nachbearbeitung nötig.
3. Gewinne prüfen und Report kaufen
Anders als bei manchen Wettbewerbern siehst du deine Gewinnübersicht und die Reportdaten bereits kostenlos, bevor du zahlst. Passt alles, kaufst du den Plan für das jeweilige Steuerjahr und lädst den Report herunter. Koinly erstellt länderkonforme Berichte für über 100 Länder, darunter Österreich und Deutschland, und unterstützt die Methoden FIFO, LIFO und Durchschnitt.
Funktionen
Welche Funktionen und Sicherheitsmerkmale gibt es?
Der Funktionsumfang ist breit, beim Thema Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt es allerdings eine Einschränkung.
Der Funktionsumfang ist breit: über 800 Börsen, Wallets und Blockchains, mehr als 20.000 Coins, automatische Erkennung von DeFi und NFTs, das Zusammenführen von Wallet-Transfers sowie Werkzeuge zur Fehlersuche wie das Aufspüren fehlender oder doppelter Transaktionen. Reports gibt es für über 100 Länder, ergänzt um Funktionen zur Steueroptimierung.
Beim Thema Sicherheit ist ein Punkt wichtig und fair zu benennen: Die Börsenanbindung erfolgt über read-only APIs, Koinly hat also keinen Zugriff auf deine Coins. Eine native Zwei-Faktor-Authentifizierung für das Koinly-Konto selbst fehlt jedoch bis heute. Diese Funktion wird auf Koinlys eigenem Feedback-Board seit 2021 stark nachgefragt und ist laut Anbieter weiterhin in Arbeit, aber nicht umgesetzt. Als Zweitfaktor lässt sich derzeit nur der Login über ein Google-Konto nutzen, dessen 2FA dann greift. Wer nativen 2FA-Schutz erwartet, sollte das vor der Wahl bedenken.
Bewertung
Welche Stärken hat das Angebot?
Die größten Pluspunkte sind die Integrationsbreite, die automatische DeFi-Erkennung und das großzügige kostenlose Tracking.
- Größte Integrationsbreite am Markt, ideal bei vielen Plattformen und Chains.
- Starke, weitgehend automatische DeFi- und NFT-Erkennung.
- Sehr großzügiges kostenloses Tracking bis 10.000 Transaktionen.
- Gewinnübersicht und Reportdaten schon vor dem Kauf einsehbar.
- Aufgeräumte Oberfläche, sehr schnelles Onboarding.
- Reports für über 100 Länder, Zahlung auch in Krypto möglich.
Welche Schwächen hat das Angebot?
Die wichtigsten Nachteile sind die englische Oberfläche und der englische Support, die Abrechnung in US-Dollar, die fehlende native Zwei-Faktor-Authentifizierung und der kontenweit kumulierte Transaktionszähler.
- Abrechnung in US-Dollar, für AT-Nutzer kommt der Wechselkurs hinzu.
- Keine native Zwei-Faktor-Authentifizierung, nur ein Umweg über Google-Login.
- Deutschsprachiger Support schwächer als bei Blockpit oder CoinTracking.
- Komplexe DeFi-Vorgänge (Bridges, LP-Migrationen) brauchen oft manuelle Nacharbeit.
- Pro Steuerjahr neu zu kaufen, kein Lifetime-Zugang.
- Der kumulative Transaktionszähler kann unerwartet in eine höhere Stufe heben.
Beispiel
Wie sieht ein typisches Anwendungsszenario aus?
Ein Beispiel mit mehreren Börsen, Wallets und DeFi zeigt, wo Koinly seine Stärke ausspielt.
Angenommen, du handelst aktiv über Kraken und Binance, hältst zusätzlich mehrere Wallets und stellst über MetaMask Liquidität in einem Uniswap-Pool bereit. Über das Jahr kommen so schnell einige tausend Transaktionen zusammen, viele davon aus DeFi. Hier spielt Koinly seine Stärke aus: Die Börsen und die Wallet lassen sich direkt anbinden, interne Transfers werden zusammengeführt, und der Großteil der Vorgänge wird automatisch klassifiziert. Für die verschachtelten LP-Bewegungen solltest du am Ende einmal manuell drüberschauen, die markierten Positionen prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Weil dein kumulativer Zähler mit mehreren importierten Jahren schnell über 3.000 liegt, landest du realistisch im Trader- oder Pro-Tarif. Das Ergebnis ist ein vollständiger Report, der die Vielfalt deiner Quellen sauber zusammenführt, etwas, das ein einzelner Börsen-Export nicht leisten kann.
Aus Österreich-Sicht
Wie gut ist Koinly für Österreich?
Koinly erstellt einen österreichischen Report und bildet das AT-Framework ab. Der Anbieter sitzt aber in London, rechnet in US-Dollar und ist englischsprachig ausgerichtet.
Für die reine Korrektheit ist Koinly in Österreich geeignet, es berücksichtigt die 27,5 Prozent KESt und die Durchschnittsmethode. Der Komfort ist aber ein anderer als bei einem lokalen Anbieter: Die Abrechnung in US-Dollar bedeutet Wechselkurs, und der Support ist primär englischsprachig. Wenn du Wert auf einen österreichischen Anbieter, deutschsprachigen Support und Euro-Abrechnung legst, ist Blockpit die naheliegendere Wahl. Koinly punktet dann, wenn deine Transaktionen über viele ausländische Börsen und DeFi verstreut sind und du die breiteste Anbindung brauchst.
Im Vergleich
Wie schlägt sich Koinly gegen Blockpit und CoinTracking?
Koinly führt bei Integrationen und DeFi, Blockpit beim AT-Fokus, CoinTracking bei Methodenvielfalt und Lifetime.
Gegenüber Blockpit liegt Koinlys Vorteil in der Integrationsbreite, der DeFi-Automatik und der Möglichkeit, die Reportdaten vor dem Kauf einzusehen. Blockpit kontert mit österreichischem Sitz, deutschsprachigem Support, Euro-Abrechnung und nativer Zwei-Faktor-Authentifizierung. Für internationale, DeFi-lastige Portfolios ist Koinly oft die bessere Wahl, für eine deutschsprachige Komplettlösung Blockpit.
Gegenüber CoinTracking ist Koinly moderner, schneller eingerichtet und bei der automatischen Anbindung breiter. CoinTracking bietet dafür mehr Berechnungsmethoden, die Abdeckung aller Steuerjahre in einem Plan und eine Lifetime-Option. Wer maximale Automatik und Bedienkomfort will, nimmt Koinly, wer Methodenkontrolle und Langzeitwert sucht, CoinTracking. Der vollständige Gegenüberblick steht im Vergleich.
Passt das zu dir
Für wen lohnt sich Koinly?
Koinly passt für breite, internationale Portfolios über viele Börsen, Wallets und Chains.
Passt gut Ja
- Viele Börsen, Wallets und mehrere Chains
- Aktive DeFi- und NFT-Nutzer
- Wer maximale Integrationsbreite braucht
- Internationale Portfolios über mehrere Länder
Passt weniger Prüfen
- Wer einen rein österreichischen Anbieter will (siehe Blockpit)
- Wer deutschsprachigen Support und Euro-Abrechnung priorisiert
- Wer nativen 2FA-Schutz voraussetzt
Häufige Fragen
Welche Fragen werden häufig gestellt?
Die folgenden Antworten fassen die häufigsten Fragen zu diesem Thema kurz zusammen.
Was kostet Koinly?
Ist Koinly für Österreich geeignet?
Hat Koinly eine Zwei-Faktor-Authentifizierung?
Ist das kostenlose Konto brauchbar?
Warum ist mein Transaktionszähler höher als erwartet?
Wie gut ist Koinly für DeFi?
Kann ich den Report vor dem Kauf sehen?
Hat Koinly einen Lifetime-Zugang?
Redaktion
Wer verantwortet diesen Inhalt?
Die Redaktion von kryptosteuer-check.com verantwortet Recherche, Inhalt und Aktualisierung.
Zuletzt geprüft am 24. Juli 2026.
Quellen
Auf welchen Primärquellen beruhen die Angaben?
Steuerangaben beruhen vorrangig auf dem BMF und dem geltenden EStG, Preise und Funktionen auf den offiziellen Anbieterseiten.
Keine Steuerberatung. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beurteilung. Prüfe deinen Fall beim BMF und mit einer qualifizierten Steuerberatung.